Vereinigter CVJM Nümbrecht e.V.

Interview mit Sebastian Schneider

Nachdem wir im vergangenen Jahr Interviews mit unseren drei Pfarrern geführt haben, wollen wir auch dieses Jahr ein paar Interviews machen. Mit wem und wann? Da dürft Ihr Euch noch überraschen lassen.

Jetzt kommen wir aber zum heutigen Interview mit Sebastian Schneider – und so viel können wir schon mal verraten: Sebastian ist kein ehemaliger Pfarrer unserer Gemeinde oder so, sondern vor allem stark mit dem CVJM verknüpft. Fangen wir aber mal vorne an mit der ersten Frage:

1. Hallo Sebastian! Jetzt wissen zwar schon alle, wie Du heißt, aber noch nicht, wo Du herkommst. Also als ganz einfachen Einstieg: Wo genau kommst Du her? Und wo wohnst Du jetzt?

Ursprünglich komme ich aus Spreitgen, also fast direkt aus Nümbrecht. In Spreitgen habe ich auch gewohnt bis ich 25 war, mit Ausnahme einer Unterbrechung für den Zivildienst in Anrath am Niederrhein. Inzwischen lebe ich mit meiner Frau seit fast 15 Jahren in Reichshof, genauer gesagt in Sotterbach.

2. Also wohnst Du dort auf jeden Fall nicht alleine – sondern mit Deiner Familie?

Genau, und zu der gehören vor allem meine Frau Kathy und unsere Töchter Sophie und Luise.

 

3. Ich habe ja schon verraten, dass Du nicht als Pfarrer arbeitest – bist Du froh darüber oder wäre das im Nachhinein vielleicht auch etwas für Dich gewesen?

Das Paradoxe ist ja, dass man sich in der Regel für einen Beruf entscheiden muss, wenn man noch nicht unbedingt die Reife hat zu durchschauen, was genau zu einem selbst passt oder was hinter dem ein oder anderen Berufsbild genau steckt. So wäre heute Pfarrer sicher nicht der letzte Beruf, den ich mir aussuchen würde, aber dazu gehören auch ein paar Eigenschaften, die ich nicht unbedingt ausgeprägt genug bei mir sehe. Ganz abgesehen davon muss man da so furchtbar viel lernen.

Sebastian mit seiner Frau Kathy und seinen Töchtern Sophie und Luise

4. Da ist was dran! Und jetzt mal weg vom Konjunktiv: Was machst Du denn wirklich beruflich?

Ich bin gelernter Industriekaufmann und habe später noch BWL studiert. Mein Arbeitgeber ist BPW und das schon immer, also fast 20 Jahre. Man könnte sagen, ich habe nicht viel gesehen und in diesem Zusammenhang stimmt das auch, da ich aber im Einkauf arbeite, konnte ich viel verreisen, damit relativiert sich das wieder – auch die Tätigkeiten innerhalb der Firma haben sich im Laufe der Jahre immer wieder verändert.

 

5. Das klingt ja spätestens aufs zweite Hören doch ziemlich spannend und abwechslungsreich. Trotz Deinem Beruf, der ja oft auch mal sehr viel Zeit in Anspruch nimmt, hast Du trotzdem auch immer Zeit dafür gefunden, im CVJM aktiv zu sein. Was hat Dich dazu angetrieben?

Der CVJM mit seinen Menschen und Gottes spürbarem Geist haben maßgeblich dazu beigetragen, dass ich heute das habe, was man glaube ich ein glückliches Leben nennen kann. In allen Höhen und Tiefen meiner Jugend und dem Erwachsenwerden war der CVJM (…und einige besondere Leute) stets eine Konstante, davon habe ich immer gerne was zurückgeben wollen. Dieses generationenübergreifende „füreinander da sein“ habe ich dann auch als ein Bestandteil von Gemeindebau gesehen. Außerdem konnte ich in Gemeinde und CVJM lernen, was Gottes Plan für mein Leben ist. Das wünsche ich anderen auch!

6. Wann hast Du angefangen im CVJM mitzuarbeiten und was hast Du im Laufe der Jahre so alles für Aufgaben im CVJM übernommen?

Nach der Jungschar hatten wir immer eine „kurze Pause“, damit man sich dann auch bewusst für die Mitarbeit entschied. Das habe ich dann auch getan. Neben der Jungenjungschar waren es Freizeiten, ein paar Konfistunden, viele einzelne Events, vor allem aber das Schülercafé „Alte Schmiede“ und der CVJM-Vorstand.

7. An welcher Aufgabe hattest Du rückblickend am meisten Spaß und warum? Und was war die krasseste oder coolste Aktion, bei der Du für den CVJM mitgewirkt hast?

Am intensivsten und ohne Frage auch mit dem meisten Spaß verbunden waren eigentlich immer die Freizeiten. Ich muss gestehen, die lustigsten waren die, als ich selbst noch „Aufgabe“ war, aber das hält sich fast die Waage. Auch der Bau der Alten Schmiede war ein super Gemeinschaftserlebnis.

 

8. Das war auch wirklich ein großes Projekt! In der letzten Frage habe ich ja schon „rückblickend“ gesagt. Im vergangenen Jahr bist du aus dem Vorstand des CVJMs ausgestiegen und hast jetzt eine neue Aufgabe vor Dir. Was ist denn diese neue Aufgabe und was ungefähr kommt da auf Dich zu?

Seit März 2020 bin ich im Presbyterium der Kirchengemeinde Drespe – Marienhagen aktiv. Diesen Gemeindewechsel hatte ich früher eigentlich nicht geplant, aber mit Kindern, die hier in Hunsheim/ Sotterbach und Umgebung zuhause sind, war es eigentlich längst überfällig. Wir gehen schon lange hierher in die Kirche.

Die Aufgabe unterscheidet sich nicht so sehr von der vorherigen, es ist der Bau des Reiches Gottes – den Menschen Gemeinde lieb machen. Dem sollte sich alles andere unterordnen. Im Moment ist das nicht so einfach, da die Pandemie den Fokus so auf Selbstverwaltung und Formelles schiebt. Das finde ich manchmal schwer auszuhalten.

 

9. Absolut verständlich. Gut, wenn Gott auch da wieder andere Zeiten schenken wird! Dir ist der Abschied aus dem CVJM alles andere als leichtgefallen. Welche CVJM-Aktionen waren für Dich ein absolutes Highlight?

Einiges habe ich schon genannt, bei Aktionen fallen mir noch Maiabende, Autorallyes, Weihnachtsbaumaktionen, der Baumverkauf oder unser 125-jähriges Jubiläum nach dem Gemeindehausumbau ein – aber auch so Sachen wie die Wildschweinjagd in der Jungschar.

Der Weihnachtsbaumverkauf – auch hier war Sebastian immer aktiv, meist als “Routenplaner”. 😉

10. Deine offizielle aktive Mitarbeit bei uns im CVJM ist beendet. Besteht trotzdem die Chance, dass man Dich ab und zu mal wiedersieht? Vielleicht bei der Maiwanderung oder der Fahrradtour?

Auf jeden Fall.

 

11. Da freuen wir uns sehr drüber! Die vergangenen Jahre und Jahrzehnte hast Du im CVJM entscheidend mitgeprägt. Wo hat sich der CJVM in der Zeit am meisten entwickelt und was ist vielleicht auch gleichgeblieben?

Das ist die erste Frage wo ich nicht sofort weiß, was ich sagen soll… rückblickend war es ein wichtiger formeller Schritt, den CVJM zu vereinigen denke ich, wir waren uns immer nah und die Fusion ein wichtiger Schritt, an dem sich noch einige andere CVJM herausfordern können. Ich denke die nächsten Jahre und Jahrzehnte werden sowas im Kirchenumfeld immer mehr nötig werden lassen. Der Vereinigte CVJM hat dann einen Vorsprung.

Aber die Frage selbst beschreibt die Herausforderung generell ganz gut – auf was können wir verzichten, was wird erneuert und was muss konstant bleiben? Ein interessantes Thema.

 

12. Definitiv! Von der vergangenen Zeit zur kommenden: Was wünschst Du unserem CVJM für die nächsten Jahre und Jahrzehnte?

Die Frage oben immer so gut wie möglich zu beantworten, in der Diskussion, und jeder für sich.

Der Maiabend – hier wird man Sebastian bestimmt noch einmal zu Gesicht bekommen. 🙂
Sebastian zusammen mit Stefan, unserem 1. Vorsitzenden, bei seiner Verabschiedung im Herbst.

Vielen Dank an Sebastian Schneider für das Interview und die offenen Antworten! Wir wünschen Dir alles Gute bei Deiner neuen Aufgabe und danken Dir sehr für Deine jahrzehntelange Arbeit im CVJM Nümbrecht! 🙂