Rundbrief Kenia – Vanessa Hein (2)

Jambo ihr Lieben,

hier kommt mein 2. Rundbrief mit Neuigkeiten für euch!

IMPACT

Mit einem LKW, vollbeladen mit Matratzen, Zelten, Bänken, Baustoffen, Werkzeugen, Lebensmittel und Trinkwasser starteten wir am frühen Dienstagmorgen, des 27. Augusts, unsere Reise nach Amaya in die Region Pokot.

Nach einer recht entspannten 10-stündigen Fahrt durch wunderschöne Landschaften, kleine Städtchen und Dörfer kamen wir nachmittags endlich an unserem Ziel an.

Mit großer Überraschung stellten wir fest, dass es hier doch ganz anderes aussah als erwartet.

Vor uns eröffnete sich eine riesige große grüne Landschaft, mit vielen kleinen und großen Hügeln, die übersät waren mit Bäumen und Sträuchern und einem felsigem Untergrund.

Aus der Ferne ertönte Glockengeläut und nach kurzer Zeit entdeckten wir, wie kleine Jungen (vielleicht im Alter zwischen 7-10 Jahre) Herden von Kühen, Ziegen und Dromedaren vor sich her trieben.

Dies alles war auf den ersten Blick wirklich sehr beeindruckend! Alles war neu und alles war anders.

Doch lange konnten wir unsere Gedanken nicht in die Ferne schweifen lassen, denn schließlich musste unser Quartier noch eingerichtet werden.

Ja, unser Quartier brachte mir beim ersten Anblick tatsächlich einen kleinen Schrecken ein.  Das Haus, welches uns zum Übernachten und Wohnen zur Verfügung gestellt wurde hatte jedenfalls seine besten Jahre hinter sich. Einige Stellen der Hauswand waren mit Löchern versehen in die sich irgendwelche Tiere hineingefressen hatten, die Fenster waren nur noch zum Teil in Schuss und als Mitbewohner stellte sich uns eine Fledermaus vor.
Aber dafür war das Dach noch ganz, so dass wir drinnen vom Regen verschont blieben.

Als wir dann aber im Inneren des Hauses unsere Zelte aufgebaut und ich mit Joyce unser Zelt soweit wie möglich „eingerichtet“ hatte, war der erste kleine Schrecken auch verflogen.

Außerdem blieb uns gar nicht viel Zeit zum nachdenken, denn als Willkommensgruß wurden wir vom Pastor und den Ältesten der Kirche vor Ort (A.I.C. Amaya) zum Abendessen und kennenlernen eingeladen.

Nach diesem guten Essen und dem langen, anstrengenden Tag war es dann schöne in seinen Schlafsack zu kriechen und schlafen zu gehen.

Die nächsten zwei Wochen waren dann ausgefüllt mit Unterricht und praktischer Arbeit.

Das Ziel des IMPACT´s (dt. Auswirkung) ist es die Kultur des Gegenübers besser zu verstehen und sich als Teil des Teams besser kennenzulernen.

So lernten wir im Unterricht z.B. was es heißt ein „Dreamteam“ zu sein, dass Gott uns Menschen als Teamplayer geschaffen hat oder was uns die Bibel für Grundwerte für das gemeinsame Leben mitgibt.

Außerdem ging es um die Unterschiede der Kulturen, wie wir mit ihnen umgehen können und was es bedeutet einen Kulturschock zu erleben.

Während des nachmittags wurde dann in die Hände gespuckt und wir packten dort an wo die Kirche in Amaya Hilfe brauchte.

Wir schweißten und strichen an, schraubten Schulbänke zusammen, bauten eine Toilette und ein Mabati-Haus für Gäste und noch vieles vieles mehr.

Es war ein richtig tolles Erlebnis, weil jeder dabei war, sein bestes gab und da wo ich dachte „Das wird doch nie was… Das blöde Mabati-Haus bleibt nie im leben stehen.“ gab die Zuversicht der Kenianer einem nochmal neue Energie, sodass man am Ende wirklich stolz auf das Ergebnis zurück schauen konnte.

An den zwei Sonntagen machten wir uns früh morgens auf den Weg um das Programm in den verschiedenen Kindergottesdiensten zu gestalten.

Dafür ging es wortwörtlich querfeldein über Stock, Stein und Fluss (ohne richtige Brücke wohlgemerkt).

Nach den Kindergottesdiensten gingen wir in den Gottesdienst der Kirche A.I.C. Amaya.

Es war eine etwas andere aber auch coole Art Gottesdienst zu feiern. Es wurde viel vorgesungen, getanzt und gepredigt. Auch wir als DIGUNA Team durften ein Lied vortragen und mit den Kindergottesdienstkindern zeigen, was sie in der Stunde davor gelernt hatten.

Wenn ich zurückblicke kann ich sagen, dass diese zwei Wochen auf mich wirklich eine Auswirkung (Impact) hatten.

In den verschiedensten Dingen wurde ich herausgefordert. Sei es der Unterricht mit seinen vielen unterschiedlichen und wichtigen Themen, die Tatsache kein fließendes Wasser und somit keine richtige Toilette, Waschbecken und Dusche zu haben oder bei den ganzen Fliegen die um einen herumschwirren nicht verrückt zu werden.
Aber ich durfte auch erleben wie Gott mich durch diese Zeit getragen und immer wieder tolle Momente und Erfahrungen geschenkt hat. Besonders weil mir vor diesem Einsatz wirklich bange war. Er hat mich mit einem ein richtig tollen und lustigen Team beschenkt.
Das Wetter war angenehm und auch wenn uns mal der Regen einen Strich durch die Rechnung gemacht hat, konnten wir uns über neues Wasser für die nächste Dusche freuen.

Es waren besondere Erfahrungen die ich sonst vielleicht nie gemacht hätte.

Schulstart

„Hurra ich bin ein Schulkind und nicht mehr klein. Geh jeden Tag zur Schule und das ist fein…“ Okay nicht ganz 😀 doch nach dem Impact ging es für mich endlich in die Schule! Diesmal aber nicht als Schülerin sondern als Lernhelferin.

Wie ich im letzten Rundbrief berichtet habe, unterrichte ich zusammen mit Sarah die beiden Jungs Joel und Levi Jäger.

Auch wenn ich keine richtige Lehrerin bin und immer nur einen der Jungs unterrichte, ist es schon ein ganz anderes Gefühl plötzlich nicht mehr selbst lernen zu müssen.

Stattdessen heißt es den Unterricht stückweise vorzubereiten, zu sehen, dass Aufgaben erklärt und zeitnah erledigt werden, die Motivation der Jungs bei ihrem Nicht-Lieblingsfach weiterhin bleibt und sich zwischendurch daran zu erinnern wie es einem selbst als Schülerin schon mal ergangen ist.

Aber es macht auch immer wieder viel Spaß z.B. gemeinsam Experimente durchzuführen, Kunstwerke zu gestalten, Witze zu machen und Erfolgserlebnisse zu haben.

Ein Highlight für uns alle ist immer der Freitagabend. Denn dann sind Sarah und ich immer bei der Familie Jäger zum Abendessen, Quatschen, Spielen und Filmschauen eingeladen.

Wir feiern dann die hinter uns liegende Woche und es ist wirklich immer ein kleines Fest!

Sarah, Ich, Levi & Joel

BASED

In der Zeit vom 24. – 27. September fand für uns Teammember ein BASED Seminar (dt. biblische Anwendung für Gottesdienst und Evangelisation) statt.

Dabei hat uns Georg Jäger durch den 1. Johannesbrief der Bibel geleitet, um mit uns „Das Geheimnis der Freude“ zu suchen. Dieses ist einander so zu lieben, wie Gott uns liebt. Und wir alle waren uns einig … es ist leichter gesagt als getan! Aber wir wollen versuchen das Gesagte immer wieder in die Tat umzusetzen und uns gegenseitig daran zu erinnern.

 

GEBETSANLIEGEN

Dankbar bin ich für, …

  • die ganzen Spenden die immer noch über meinen Spendenbedarf hinaus eingehen, sodass ich mit dem Geld Projekte von DIGUNA unterstützen kann
  • euch, die ihr mich unterstützt und so oft nach mir erkundigt
  • meine wundervolle Zimmermitbewohnerin Joyce und einige andere liebe Mädels hier
  • Familie Halfmann, die sich als Big-Familie wirklich rührend um Salomé und mich kümmert

Bitten dürft ihr dafür, dass …

  • mein Englisch sich weiterhin verbessert und mir nicht mehr so Mühe bereitet
  • die anstehende Missionskonferenz hier in Mbagathi, zu der fast alle Mitarbeiter der DIGUNA Stationen kommen, eine ermutigende, erfrischende und gesegnete Zeit wird
  • ich über meine Aufgabe als Lernhelferin hinaus Bereiche und Talente entdecken, in denen ich mich einbringen kann
  • sich hier weiterhin gute Freundschaften entwickeln

Ganz liebe Grüße
eure Vanessa